Malaysia – die ersten Tage im „Haze“

Erstmal vorweg: Leider gibt es erst jetzt Neuigkeiten von uns, da wir Probleme mit dem Internet hatten. Weiterhin arbeiten wir noch daran, Fotos größer und in besserer Qualität hochzuladen, mal schauen wann es soweit ist.

Die Tage vergehen wie im Flug. Man könnte meinen die Zeit dreht sich in Malaysia noch schneller als in Deutschland.

Nachdem das Glück auf unserer Seite war und wir keine nächtlichen Zuwanderer in unserem Hostelzimmer in Singapur erhielten, ging es am nächsten Morgen zeitig los zur Busstation. Wir waren überrascht über unseren luxuriösen Bus – die Sitze ließen sich fast in Liegeposition stellen.

 

Äußerst komfortabel, diese malaischen Busse!
Äußerst komfortabel, diese malaischen Busse!

 

Die Klimaanlage war zwar etwas kalt eingestellt, aber das scheint ja schon fast eine Art Wettbewerb der wärmeren Länder zu sein – wer schafft den größten Unterschied zwischen Außentemperatur und klimatisierten Innenräumen? Bisher ist unser persönlicher Gewinner jedoch noch die Metro in Dubai. Mit Pulli und Jacke ließ es sich aber dann im Bus aushalten. Nach erfolgreicher Grenzkontrolle durften wir nach Malaysia einreisen. Nach ca. 4 Stunden Busfahrt erreichten wir unser Ziel – Melaka – die älteste Stadt von Malaysia! Da sich der Busbahnhof etwas abseits der Innenstadt befand, gönnten wir uns gleich mal unsere erste „Teksi“-fahrt. Der Taxifahrer war begeistert endlich Kunden zu haben, denn er wollte eh noch einen Kumpel in die Stadt bringen. So kamen wir also sehr gelegen.

Nachdem wir uns ein Hostel gesucht hatten, erkundeten wir etwas die Stadt und entdeckten schließlich ein gemütliches Straßencafé am Fluss, wo wir uns verschiedene asiatische Gerichte auftischen ließen. Mit gut gefülltem Magen und noch immer einer großen Portion Müdigkeit im Gepäck war der Plan zeitig ins Bett zu gehen. Doch bei der Recherche einiger Fakten über Melaka lernten wir im Common – Room des Hostels Alvin kennen – ein Malaie, der eigentlich in Penang wohnt, aber gerne Zeit in Melaka verbringt. Er kannte sich also fast so gut aus wie ein Einheimischer und war voller Enthusiasmus, was man in der Stadt alles gesehen und gemacht haben muss. Kurzentschlossen ging es also wieder nach draußen und wir machten einen erneuten Spaziergang durch Melaka – dieses Mal jedoch in Dunkelheit. Wir lernten, dass unser Hostel und die Umgebung vor ca. 15 Jahren noch Teil des Meeres waren. Hier hat es also in den letzten Jahren riesige Landgewinnung gegeben. Zudem war Melaka früher eine große Hafenstadt mit regem Handel und wurde u.a. von den Portugiesen, Holländern und zuletzt von den Briten erobert. Unsere Tour führte uns vorbei an der Porta de Santiago (dem letzten Überbleibsel der portugiesischen Festung „A Famosa“), auf den St. Pauls Hills und wieder hinab in die Stadt zur Jonker Street – eine am Wochenende sehr belebte Straße aufgrund des dort stattfindenden Nachtmarktes. Aber diesen wollten wir uns dann doch lieber für den nächsten Abend aufheben. Dass Alvin nicht doch eher Japaner ist, konnten wir nur schwer glauben – überall mussten wir uns für ein Foto positionieren und das Ganze auch gleich noch mit zwei Kameras festhalten. Hier eine kleine Auswahl – doch leider ließ die Menge an Fotos auch die Qualität sinken…

 

Mit Alvin am Clock Tower in Melaka.
Mit Alvin an der Queen Victoria’s Fountain in Melaka.

 

So weit gereist und doch in Holland gelandet...
So weit gereist und doch in Holland gelandet???

 

Endlich im Bett liegend, stellten wir erschrocken fest, dass wir schon vor dem Nacht Walk durch Melaka Alvins Einladung zum Mittagessen für den nächsten Tag angenommen hatten. Er wollte für uns etwas typisch Chinesisches kochen. Also begann der nächste Tag statt mit einem entspannten Frühstück am Fluss mit Suppe aus gekochten Hühnerfüßen (die natürlich noch mit drin lagen) und medium-scharf gebratenem Reis, der es dennoch in sich hatte. Natürlich brachte Alvin auch noch einen großen Teller Reis mit „Originalschärfe“ – nur zum Probieren versteht sich. Wer uns kennt, weiß bestimmt, wer sich bei dieser Art von Frühstück dezent im Hintergrund gehalten hat 🙂

Den Rest des Tages, von dem gar nicht mehr so viel übrig geblieben war, verbrachten wir mit Sightseeing (u.a. besichtigten wir einen wunderschönen Sultanspalast) und dem noch ausstehenden Walk durch die Jonker Street. Hier probierten wir uns kulinarisch ein wenig durch die Straßenstände. Die Preise für einheimisches Essen und Trinken sind hier im Vergleich echt unfassbar günstig. Unser erstes Abendessen hatte uns umgerechnet knapp 7 Euro gekostet – und zwar für alle drei zusammen inklusive Getränke!

Wir hatten Glück, dass wir Melaka am Wochenende erleben durften. Dadurch herrschte ein buntes Treiben: die Rikscha-Fahrer hatten Hochsaison und so waren die Straßen schnell voll mit dichtem Gedränge!

 

"Frozen" war das Motiv schlechthin für Rikschas in Melaka.
“Frozen” war das Motiv schlechthin für Rikschas in Melaka.

 

Wie leer die Stadt an einem Montag ist, erfuhren wir am nächsten Tag. Bevor wir unsere Weiterreise antraten, wollten wir noch das Frühstück am Fluss nachholen. Doch wir mussten feststellen, dass um 8.30 Uhr noch keine Cafés geöffnet haben. Also ging es direkt zur zentralen Busstation und wir lösten die nächste Fahrt nach Butterworth…

Nach über 8 Stunden Busfahrt und einer kleinen Fährfahrt erreichten wir George Town. Im Gegensatz zu Melaka stellten wir hier schnell fest, dass wir nicht die einzigen Backpacker sind. Hier handelt es sich vergleichsweise um eine Touristenhochburg. Müde und hungrig von der langen Fahrt warfen wir unsere Rucksäcke im Hostel ab und suchten gleich die nächste „Straßenküche“ auf. Es gab Wan Tan Mee – und beim Essen lernten wir gleich den nächsten Einheimischen kennen – Anthony. Ein netter Malaie, der uns davon abriet, unsere Zeit in Kuala Lumpur zu „verschwenden“ und lieber unseren Plan zu fokussieren einen Abstecher in die Cameron Highlands zu machen. Wir werden sehen wie es ausgehen wird… Mit den Malaien in Kontakt zu kommen, scheint also nicht besonders schwierig zu sein und funktioniert am besten übers Essen! 😉

Anschließend gingen wir noch etwas ziellos durch die Straßen und stolperten in bunte Zeremonien und Tempelanbetungen. Alles sah nach einer Art chinesischem Volksfest aus. Wir haben noch nicht ganz rausfinden können, um welches Event es sich genau handelt. Vielleicht kann uns ja jemand weiterhelfen?

 

Chinesische Räucherstäbchen?
Chinesische Räucherstäbchen?

 

Auf dem Weg zurück ins Hostel faszinierte uns ein Live-Musiker mit seinem Gesang, sodass wir in einer Bar bei guten Cocktails und Bier versackten. So war es mal wieder ganz schön spät geworden. Also beschlossen wir spontan noch eine Nacht in George Town zu bleiben.

 

Ein leckerer Cocktail :)
Entspannen bei Live-Musik und einem leckeren Cocktail 🙂

 

Den folgenden Tag nutzen wir den Hop-on Hop-off Bus. Kurz vor der Station „Botanischer Garten“ fing es an richtig zu schütten. Wir beschlossen trotzdem auszusteigen, denn ein schlauer Kopf der Gruppe meinte, dass es nur ein kurzer Schauer sein wird (Namen werden hier aus Rücksicht auf Diskretion nicht genannt). Der Regen hielt dann doch den ganzen Tag bis in die Nacht hinein an – so können sich auch schlaue Köpfe täuschen. Dennoch machten wir das Beste draus und spazierten durch den Botanischen Garten. Dafür bekamen wir am Ende sogar noch eine spontane „Affenshow“ zu sehen.

 

So tragen malaische Affen ihre Babies.
Auch die Affenmami mit Baby war mit von der Partie.

 

Nicht aufzuhalten, stiegen wir auch beim Kek-Lok-Si Tempel aus – der größte buddhistische Tempel Malaysias und sehr eindrucksvoll, auch bei Regen!

 

Ein Bereich des Kek-Lok-Si Tempels von oben.
Ein Bereich des Kek-Lok-Si Tempels von oben.

 

Buddhistische Pagode.
Buddhistische Pagode.

 

Wir beide oben auf der Pagode.
Wir beide oben auf der Pagode.

 

Irgendwann waren wir aber wirklich pitschnass und sogar am Frieren – erst recht als es mit dem Bus und hochgefahrener Klimaanlage zurück zum Hostel ging… Aber wir sind nicht erfroren, und so nahmen wir am  nächsten Morgen die Fähre nach Langkawi. Das Wetter ist nun wieder auf unserer Seite, darum gab es auch gleich ein paar Stunden am Strand – fast menschenleer und das Wasser „pupswarm“.

Viel los scheint hier momentan nicht zu sein. Man muss dazu sagen, dass Malaysia momentan im „Haze“ liegt. In Indonesien wurden illegal Brände gelegt, um Flächen für die Landwirtschaft zu schaffen. Das hat insbesondere in den letzten Tagen auch den Flugverkehr in Malaysia lahmgelegt, da die Flugzeuge vom Radar nicht mehr erkannt werden konnten (so berichtete die Frau vom Verkauf der Fährtickets). Wir lernen das Land also anscheinend nicht in seiner vollen Pracht kennen. Zu Beginn dachten wir gerade bei Melaka, dass es hier normal sei, dass man den Himmel nicht sieht. Aber heute konnten wir schon mal einen Blick auf ein paar Wolken und sogar die Sonne erhaschen. In Kuala Lumpur wurden wegen dem Smog wohl auch Mitte September kurze Zeit Schulen geschlossen und es gibt vermehrt Probleme mit Atemwegserkrankungen. Wir sind gespannt, was es bei uns für Auswirkungen geben wird!? Bislang geht es uns allen gut und die Luft ist auch noch nicht knapp geworden.

Ein Gedanke zu „Malaysia – die ersten Tage im „Haze“

  • 10. Oktober 2015 um 09:29
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    Habt ihr die Cameron Highlands jetzt ausgelassen? Die sind voll super. Falls ihr da noch hinfahre macht eine Tagestour mit Trekking durch den Dschungel, strawberry farm, tea farm… das war damals echt cool. Ansonsten viel Spaß auf Langkawi

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