Neuseeland – Abenteuer auf der Nordinsel

“Windy Wellington” – die Stadt machte ihrem Spitznamen alle Ehre. Das merkten wir u.a. daran, dass uns die Sahne vom Kuchen wegwehte bevor wir überhaupt eine Chance hatten mit dem  Essen anzufangen. Die Möwen freuten sich drüber und ließen es sich schmecken.

Diese Tiere fressen wirklich alles!
Diese Tiere fressen wirklich alles!

Ansonsten ist Wellington echt ein niedliches Städtchen mit ca. 350.000 Einwohnern. Hauptstadtfeeling kam hier mal wieder nicht auf, aber das brauchen wir ja auch nicht.

Da es wichtig ist sich in einer neuen Stadt erstmal einen Überblick zu verschaffen, ging es mit dem Cable Car nach oben zum Kelburn Lookout. Von hieraus schlenderten wir durch den Botanischen Garten und den Lady Norwood Rosengarten bis zurück in die Stadt.

Im Lady Norwood Rosengarten in Wellington.
Im Lady Norwood Rosengarten in Wellington.

Hier mussten wir natürlich auch einen Blick auf das Wahrzeichen – den Bienenstock – ein Gebäude des Parlaments, werfen. Da es zum Glück nicht regnete, nahmen wir auch an keiner Führung teil.

Wellington's Bienenstock.
Wellington’s Bienenstock.

Ein Highlight war noch unser Besuch im Nationalmuseum Neuseelands, dem Te Papa Tongarewa. Hier konnten wir uns auf interaktive und multimediale Weise über die Kunst- und Kulturgeschichte der Maori, der Kolonialzeit und der Gegenwart sowie die einzigartige Natur des Landes fortbilden.

Matthias beim Versuch einen Teil des inneren Erdkernes zu heben.
Matthias beim Versuch einen Teil des inneren Erdkernes zu heben.

Den Abend verbrachten wir dann bei einer Runde Bingo und leckeren Magheritas in einem Pub.

Am nächsten Morgen war es wieder Zeit mit dem Camperleben zu starten. Dieses Mal erwartete uns im Vergleich zu Westaustralien ein neueres Modell.

Unser zu Hause in Neuseeland :)
Unser zu Hause in Neuseeland 🙂

Das Wetter entschied für uns den Tag lieber fahrend im Auto zu verbringen. Wir sichteten die ersten saftig grünen Hobbit-Hügel und freuten uns, dass wir bei diesem Dauerregen nicht mit dem Fahrrad unterwegs waren.

Saftiggrüne Hobbithügel.
Saftiggrüne Hobbithügel.

Wir fuhren den Forgotten World Highway entlang, der uns gar nicht soo vergessen vorkam. Vom Nevins Lookout konnten wir schon einen ersten Blick auf unser eigentliches Ziel – die Berge des Tongariro National Parks – erblicken. Dort angekommen machten wir unsere erste Basislager-Erfahrung. Wir wollten uns zum Tongariro Alpine Crossing aufmachen. Doch zunächst hieß es am Fuße der Berge ausharren bis das Wetter besser wird. Und das bei nächtlichen Minus-Graden!!! Im Frühling! Es dauerte eine Weile bis wir die richtige Kombination aus Klamotten, Schlafsack und Decke gefunden hatten, um einigermaßen sicher zu sein nicht zu erfrieren. Auf diese Temperaturen waren wir zugegebenermaßen nicht vorbereitet. Also nutzten wir die Zeit, um unser Equipment um ein Paar Handschuhe und dicke Socken aufzustocken.

Erfolgreiche Shoppingtour!
Erfolgreiche Shoppingtour!

Zudem gab es schon mal einen kleinen Probewalk zum Taranaki Wasserfall.

Vor dem Taranaki Wasserfall.
Vor dem Taranaki Wasserfall.

Dann konnte es endlich losgehen. Bei morgendlichen 0 Grad klingelte der Wecker. Das Warten hatte sich gelohnt – vor uns lag wolkenlos das Tongariro Massiv. Der Nachteil war natürlich, dass wir nicht die einzigen gewesen waren, die darauf verzichtet hatten bei 60 km/h Windgeschwindigkeit die Tour zu beginnen. Darum glich das Alpine Crossing zunächst einer Völkerwanderung. Um den Menschenansammlungen etwas zu entgehen, entschieden wir uns einen Abstecher auf den Gipfel des noch aktiven Vulkans Mt Ngauruhoe (2290m), den ihr alle als Schicksalsberg aus Herr der Ringe kennt, zu machen. Dieser Aufstieg gestaltete sich aufgrund des losen Gerölls, das unter unseren Füßen wegrutschte anspruchsvoller als das eigentliche Alpine Crossing. Dafür wurden wir mit einer wunderbaren Aussicht belohnt und die letzten Höhenmeter bis zum Gipfel liefen wir sogar im Schnee. Das wir auf unserer Reise dem Schnee so nahe kommen, hätten wir auch nicht gedacht. 🙂

Ziel erreicht! - auf dem Gipfel des Mt. Ngauruhoe.
Ziel erreicht! – auf dem Gipfel des Mt. Ngauruhoe.

Unsere Erfahrung auf Skiern half uns den Abstieg elegant und schnell im Moonwalk Style zu vollführen. Videos dazu gibt es spätestens nächstes Jahr bei einer privaten Vorstellung oder im Kino falls wir doch einen Blockbuster daraus machen. 😉

Durch unseren extra Trip hatten sich die Menschen auf der eigentlichen Wanderroute gut verteilt. So war es uns auch möglich um kurz nach drei den spontanen Entschluss zu treffen den Bustransport zurück zum Auto um 16 Uhr zu schaffen. Die nächste Möglichkeit hätte es erst 1,5 h später gegeben. Also ging es die letzten 7 km im Laufschritt voran – zum Glück hauptsächlich bergab.

Nachdem wir unseren Knieapparat gut beansprucht hatten, standen die nächsten Tage im Zeichen der Regeneration. Wir ließen die Vulkanlandschaft hinter uns und tauchten ein in eine Natur voll blubbernder Löcher, heißer Quellen  und Schwefelgeruch. Wir besichtigten mal wieder einen Wasserfall und räkelten uns in den Hot Pools unseres Campingplatzes. Hier konnte man auch mit Hilfe des heißen Dampfes der Thermalquellen im sogenannten “Steam Oven” sein Essen zubereiten.

Kochversuche im "Steam Oven".
Kochversuche im “Steam Oven”.


Doch das war uns noch nicht genug. Matthias ließ sich trotz Regen nicht aufhalten seinen eigenen Hot Pool zu buddeln.

Verdiente Erholung nachdem wir erfolgreich einen Hot Pool gebuddelt haben.
Verdiente Erholung nachdem wir erfolgreich einen Hot Pool gebuddelt haben.

Das Wetter zeigte keine Besserung. Also entschieden wir uns dafür den Dauerregen zu ignorieren und trotzdem einen naturbelassenen Hot Pool aufzusuchen. Bei Badewannenfeeling in so schöner Umgebung ließ sich der kalte Regen von oben gut ertragen.

Baden im heißen Kerosene Creek.
Baden im heißen Kerosene Creek.

Natürlich darf bei einer Neuseelandreise ein Besuch in Hobbiton nicht fehlen. Gut versteckt auf einer riesigen Farm bewunderten wir das Auenland und man hatte den Eindruck als wären die Hobbits gestern noch hier gewesen.

Vor unserer Ferienwohnung in Hobbiton :)
Vor unserer Ferienwohnung in Hobbiton 🙂

Dann ging es weiter auf die Coromandel-Halbinsel. Kurz vor der Dämmerung wagten wir noch einen kleinen Spaziergang zum Te Pare Lookout. Von unserem gleich am Pazifik gelegenen Campingplatz ging es den Strand entlang über eine kleine Bachmündung durch einen kleinen Wald die Steilküste hinauf. Als sich dann vom Lookout der Blick auf die Küste und das Meer auftat, hieß es einfach nur “Wao!” Wir genossen eine traumhafte, menschenleere Aussicht über kleine Inseln und den in der Dämmerung liegenden Ozean.
Auf dem Rückweg hatte die Flut eingesetzt und wir mussten uns eine andere Überquerung der Flussmündung einfallen lassen. Es gab nur einen mit Absicht in Kauf genommenen nassen Fuß!
Bei Tageslicht ging es zur Cathedral Cove und den wunderschönen Sandstränden der Ostseite der Halbinsel. Hier konnten wir endlich mal wieder etwas Sonne tanken.

Blick durch die Cathedral Cave auf die Cathedral Cove
Blick durch die Cathedral Cave auf die Cathedral Cove

Selfiealarm - Cathedral Cove.
Selfiealarm – Cathedral Cove.

Bevor es nach Auckland gehen sollte, um den Camper abzugeben, wollten wir noch das Northland erkunden. In Paihia angekommen, empfing uns der nächste Tag mal wieder mit Regen, Regen, Regen. Also suchten wir Unterschlupf in einer Glühwürmchen-Höhle (dieses Mal ohne Audio-Guide). Nachdem uns Google die Info ausspukte, dass das Wetter noch weiter im Norden angeblich besser sei, ließen wir es darauf ankommen. Und ab ging es bis ganz ans Ende der Nordinsel – Cape Reinga. Und tatsächlich erwartete uns hier Sonnenschein!

Am Treffpunkt von Pazifischen Ozean und Tasmansee - Cape Reinga
Am Treffpunkt von Pazifischen Ozean und Tasmansee – Cape Reinga

Es wurde nun mal wieder Zeit den Camper abzugeben. Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Halt bei Waipu und erkundeten mit Taschenlampe bewaffnet auf eigene Faust eine Höhle. Das ist wirklich spannend im Vergleich zu einer für Touristen ausgebauten Höhlenerkundung! Die letzten Regentage hatten das Innere in einen schönen Schlammhaufen verwandelt, sodass unsere Schuhe ordentlich eingesaut wurden. Dafür gab es wieder jede Menge Glühwürmchen zu sehen.

Die letzten Tage vor dem Weiterflug verbrachten wir in Auckland. Hier fühlten wir uns dank der wunderbaren Unterkunft bei Jackie, die wir über Airbnb kennen lernten, fast wie zu Hause. Wir schlenderten etwas durch die Stadt und genossen es einfach mal ein bisschen rumzuhängen.

 

Entspannte Zeit in Auckland.
Entspannte Zeit in Auckland.

 

Auch in Auckland wurde die  Weihnachtsdeko bereits ausgepackt!
Auch in Auckland wurde die Weihnachtsdeko bereits ausgepackt!

Unser Fazit zu Neuseeland: ein Land mit traumhafter Landschaft, dass uns sowohl die Berge als auch das Meer bieten konnte. Die Einheimischen sind super sympathisch und wirklich an den Antworten auf ihre Fragen interessiert. In Australien lief das im Vergleich wesentlich oberflächlicher. Dafür ist es in Neuseeland um einiges schwieriger wild zu campen, da auch das “wild pinkeln” nicht gern geduldet wird. Alles in Allem haben wir uns hier aber sehr wohlgefühlt und sind gespannt wann wir wieder auf Reise gehen, um die Südinsel zu entdecken. Wusstet ihr eigentlich, dass die Neuseeländer daran arbeiten eine neue Nationalflagge zu entwerfen? Der Kiwi wurde aber bereits abgelehnt. Sowas lernt man von den Einheimischen, während man es sich in einem Hot Pool gut gehen lässt.

Für uns geht es jetzt weiter auf die andere Seite der Weltkarte – nach Brasilien! Vor uns liegt einer langer Flug mit Zwischenstopp in Santiago. Aber das lustige ist: wir starten abends in Auckland und landen noch am gleichen Tag in Rio de Janeiro. Also anscheinend doch gleich um die Ecke 🙂

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