United States – ein Highlight jagt das Nächste

Wusstest ihr, dass man von São Paulo mit dem Flugzeug länger nach L.A. braucht als nach Frankfurt? Nachdem wir diese Erkenntnis dazugewonnen hatten, landeten wir mit Blick auf den Sonnenaufgang über der Stadt in Los Angeles. Dann ging es gleich ab nach Downtown, wo wir auf dem Grand Central Market ein leckeres Frühstück abfasten. Währenddessen lasen wir die L.A. Weekly, um zu wissen, was in der Stadt so los ist. Gleich in der Nähe sollte es ein Winter Holiday Festival geben – mit Eisbahn und Schnee! Das mussten wir uns natürlich  anschauen. Es wirkte schon etwas skurril mitten in L.A. bei purem Sonnenschein den Leuten beim Schlittschuh fahren und rodeln zu zuschauen…

Eislaufbahn im sonnigen L.A.
Eislaufbahn im sonnigen L.A.

 

Und natürlich darf das Schlitten fahren im Winter nicht fehlen...
Und natürlich darf das Schlitten fahren im Winter nicht fehlen…

Abends landeten wir zufällig in einem mexikanischen Viertel, wo man selbst beim Essen bestellen auf Spanisch angesprochen wurde. Überhaupt hatten wir lange den Eindruck nicht in Amerika, sondern eher in Mexiko gelandet zu sein. Selbst die Werbung in der Metro war vorwiegend auf Spanisch. Wer nach Los Angeles fährt, sollte sich Downtown unbedingt bei Nacht ansehen. Wir fanden es zumindestens mit all den Lichtern wesentlich beeindruckender als bei Tageslicht.

Das Rathaus von L.A. - Wahrzeichen der Stadt und Arbeitsplatz von Superman in der TV-Serie aus den 50ern.
Das Rathaus von L.A. – Wahrzeichen der Stadt und Arbeitsplatz von Superman in der TV-Serie aus den 50ern.

Dann war es Zeit für Hollywood – ab auf den Walk of Fame, das Hollywood Sign begutachten, im Dolby Theater bei der Oscar-Verleihung teilnehmen – aber dafür kamen wir dann doch ein paar Monate zu spät…

Über der Stadt erhebt sich das Hollywood-Sign.
Über der Stadt erhebt sich das Hollywood-Sign.

 

And the Oscar goes to...
And the Oscar goes to…

Also ging es weiter nach Beverly Hills – zu den Reichen und durch Botox und andere Zaubermittel hergerichteten “Schönen”. Matthias suchte sich auf dem Rodeo Drive – eines der teuersten Shoppingpflaster der Welt – schon mal seine Arbeitskleidung für nächstes Jahr aus. Und wir mussten öfters anhalten, damit er all die Aston Martins, Bentleys & Co, die die Straße rauf und runter fuhren, bestaunen konnte. Auf dem Sunset Strip stiegen wir dann zum Essen in einer Western Ranch ab, wo man auch Rodeo reiten konnten und so ging auch dieser Tag mal wieder viel zu schnell vorbei. Da wir schon im sonnigen Kalifornien waren, wollten wir auch zum Strand etwas Sonne einfangen.

Am Venice Beach mit Baywatch-Kulisse.
Am Venice Beach mit Baywatch-Kulisse.

Los ging es beim Venice Beach, wo wir im Skaterpark die kalifornischen Jungs beobachteten. Am Muscle Beach, wo wohl auch Arnold Schwarzenegger seine Karriere begann, konnten wir dagegen zusehen, wie fleißig jeder einzelne Muskel trainiert wurde. Wir blieben in der Rolle der Zuschauer und schlenderten weiter bis zur Marina del Rey – Amerikas größtem künstlich angelegten Yachthafen. Da von uns bislang nur Matthias in Venedig war, wollte Kathrin sich wenigstens die Ami – Version dieser Stadt anschauen. Also ging es zu den Kanälen in Venice.

Kaliforniens kleines Venedig.
Kaliforniens kleines Venedig.

Matthias Fazit: ein nettes Plätzchen zum Spazieren, aber mit Venedig hat es nicht wirklich was zu tun. Umso besser, wir haben das erste Reiseziel für nach der Reise 🙂

Wir fuhren weiter nach Santa Monica, wo wir vom Pier aus einen traumhaften Sonnenuntergang genossen.

Traumhafter Sonnenuntergang am Pier von Santa Monica.
Traumhafter Sonnenuntergang am Pier von Santa Monica.

Nach guten zwei Wochen wurde es wieder Zeit vom Stadt- zum Camperleben zu wechseln. Der ursprüngliche Plan war eigentlich an der Küste entlang zu fahren. Aber da wir in Rio de Janeiro gute Tipps für einen gewinnbringenden Las Vegas – Aufenthalt bekommen hatten und eh schon immer mal die bekannten Nationalparks Amerikas sehen wollten,   fiel die Entscheidung spontan Richtung Osten aufzubrechen nicht schwer. Unser erster Stop war dann allerdings eine Farm, wo es angeblich die besten Spar Ribs der Welt geben sollte. Ob es wirklich die Besten der Welt sind, können wir noch nicht beurteilen, da wir noch nicht überall waren. Aber für uns, besonders für Matthias, der auf dem Gebiet mehr Erfahrung hat, waren es die besten Spar Ribs, die wir je gegessen haben! Gut gestärkt, konnte unsere kleine Nationalpark-Rundreise nun beginnen. Erstes Ziel war der Grand Canyon – und schon jetzt waren wir froh nicht an der Küste geblieben zu sein.

Panorama vom Grand Canyon.
Panorama vom Grand Canyon.

 

Just awesome!
Just awesome!

Wir hatten zwar etwas Pech mit dem Wetter, denn ob ihrs glaubt oder nicht: hier ist auch Winter! Es war also ganz schön kalt und zudem echt stürmisch. Also verzichteten wir darauf in den Canyon hinabzusteigen, um nicht die Nacht dort verbringen zu müssen – es sollte nachts Minusgrade geben und schneien. Und wie ihr ja bereits wisst, sind wir für diese Bedingungen nicht allzu gut ausgestattet…        Dafür ging es entlang des Colorado Rivers weiter und wir konnten eine wunderbare Aussicht auf den Fluss genießen.

Stürmische Aussicht auf das Horseshoe Bend des Colorado Rivers.
Stürmische Aussicht auf das Horseshoe Bend des Colorado Rivers.

Mit dem Glen Canyon Staudamm hatten wir dann auch schon unseren östlichsten Punkt in den USA erreicht. Also fuhren wir wieder Richtung Westen zum Zion Nationalpark, wo wir auch ein paar Rehe zu Gesicht bekamen.

Zion Nationalpark.
Zion Nationalpark.

Dann ging es ab nach Las Vegas! Zu unserer Zeit dort gibt es nicht viel zu sagen, denn wie heißt es so schön: What happens in Vegas, stays in Vegas! Aber so viel wird verraten: wir hatten eine gute Zeit dort 🙂

Aufbesserung der Reisekasse!
Aufbesserung der Reisekasse!
Das nächste Mal steigen wir dann im Venetian ab?
Das nächste Mal steigen wir dann im Venetian ab?

Der Red Rock Canyon ist ein beliebter Tagesausflug von Vegas Besuchern, also machten wir auch einen Abstecher zu den farbenfrohen Felsformationen.

Red Rock Canyon.
Red Rock Canyon.

Unser nächster Stop war Death Valley. Im Oktober gab es hier eine große Überschwemmung, so dass noch einige Straßen durch Wasserschäden gesperrt waren. Wer hätte gedacht, dass so etwas im Tal des Todes möglich ist. Nachts konnten wir hier im dunklen Nirgendwo den Sternenhimmel bewundern und sahen jede Menge Sternschnuppen und sogar ein Stück der Milchstraße.

Panorama vom Death Valley.
Panorama vom Death Valley.

 

Es war nicht ganz einfach den richtigen Weg zu finden - also übten wir uns in Gratwanderungen.
Es war nicht ganz einfach den richtigen Weg zu finden – also übten wir uns in Gratwanderungen.

 

Sanftes Ocker unter tiefem Himmelblau :D
Sanftes Ocker unter tiefem Himmelblau 😀

 

Zum besseren Verständnis bitte zoomen!
Zum besseren Verständnis bitte zoomen!

Das wir dem Winter entgangen sind, kann man übrigens nicht sagen: die Sonne war gegen 17 Uhr bereits untergangen und die Nächte im Camper waren alles andere als warm. Zwischenzeitlich hatten wir sogar  etwas Schneeregen erlebt. Aber das wir mehr Winter erleben, als ihr es in Deutschland habt, hätten wir auch nicht gedacht. Doch lest und seht selbst…

Der Sequoia Nationalpark mit seinen turmhohen Sequoias – den größten Bäumen der Welt – sollte unser nächstes Highlight werden.

Umgeben von turmhohen Sequoias.
Umgeben von turmhohen Sequoias.

Als wir uns im Visitor Center ein paar Informationen holen wollten, erfuhren wir, dass man zum Giant Forest, wo die meisten Sequoias stehen, nur mit Schneeketten fahren durfte. Dummerweise hatten wir jedoch ausgerechnet die Schneeketten in Deutschland vergessen 🙂 So richtig wollten wir das auch nicht glauben. Schließlich war nirgends Schnee zu sehen und sooo hoch konnten sich diese Bäume ja wohl nicht verstecken, oder? Durch mehrere glückliche Umstände war es uns möglich, trotz fehlender Schneeketten bis zum Ziel zu gelangen und tatsächlich lag dort jede Menge Schnee! Für deutsche Schneeerprobte zwar gut zu fahren ist es wohl dennoch besser, sonnenverwöhnte Kalifornier auf Schneeketten zu setzen. Das geben sie selber offen zu: “Bei einer Flocke Schnee drehen hier alle durch”, sagen sie. Daher scheinen sie die Schneeketten auch gerne auf dem bloßen Asphalt zu fahren – man kann ja schließlich nie wissen 🙂

Da im Giant Forest auch noch die Sonne schien, machten wir einen ausgiebigen Winterspaziergang bis zum General Sherman Tree – dem voluminösesten lebenden Baum auf der Erde. Klingt komisch? Ist aber so!

Winterspaziergang im Sequoia Nationalpark.
Winterspaziergang im Sequoia Nationalpark.

 

Vor dem General Sherman Tree.
Vor dem General Sherman Tree.

Einmal ist bekanntlich keinmal. Also fuhren wir weiter zum Yosemite Nationalpark, wo wir dieses Mal   bereits vorgewarnt waren, dass Schnee liegt. Unser erster Versuch, auch hier ohne Schneeketten ins Yosemite Valley zu kommen, scheiterte: von Weitem sahen wir eine Polizeikontrolle, die wir lieber nicht passieren wollten. Da wir so kurz vor dem Ziel nicht aufgeben mochten, blieb uns nichts anderes übrig als doch in Schneeketten zu investieren. Gut, dass wir uns in Las Vegas ein bisschen was dazu verdient hatten.

Schneeketten-Montage.
Schneeketten-Montage.

Am nächsten Tag befand sich die Polizeikontrolle dann noch weiter vorne. Zunächst konnten wir den Sinn, warum man nun schon ab diesen Punkt Schneeketten anlegen musste, nicht ganz nachvollziehen…

Ab hier herrschte Schneekettenpflicht - aber wo ist der Schnee?
Ab hier herrschte Schneekettenpflicht!

Aber dann kam zum Glück doch noch jede Menge Schnee und Eis.

Wo ist Kathrin?
Wo ist Kathrin?

Das Wetter zeigte sich nicht von seiner allerbesten Seite, aber wenigstens den El Capitan konnten wir in seiner vollen Größe sehen.

Tunnel View im Yosemite Nationalpark.
Tunnel View im Yosemite Nationalpark.

Schwarzbären und Berglöwen bekamen wir übrigens nicht zu Gesicht. Aber ein Coyote kreuzte unseren Weg und natürlich konnte man auch hier mal wieder  Eichhörnchen erblicken. Nach so viel beeindruckender Natur und überraschendem Schneeabenteuer ging es wieder in die Stadt – nach San Francisco. Hier hatte es 4 Jahre lang Dürre gegeben und nun war es schon den dritten Tag am Regnen. Für die Einheimischen ein Geschenk, für uns schwierig einen regenfreien Blick auf die Stadt zu bekommen.

Blick auf Downtown von San Francisco.
Blick auf Downtown von San Francisco.

 

Im Dunst erhebt sich die Golden Gate Bridge.
Im Dunst erhebt sich die Golden Gate Bridge.

Aber so ein Tag im Auto am Strand brachte auch so seine interessanten Begegnungen. Da die Campingplätze um die Stadt herum alle unverschämt teuer waren, hieß es ein letztes Mal wild campen. Als wir unseren Campervan zurückbrachten, konnten wir sogar noch Jemanden mit unseren Schneeketten glücklich machen 🙂

San Francisco hat uns echt gut gefallen. Den Seelöwen am Hafen kann man Stunden lang zu sehen.

Stolzer Seelöwe am Pier 39.
Stolzer Seelöwe am Pier 39.

Die Menschen sind sehr freundlich und offen. Und wir hatten eine tolle Unterkunft bei einem Einheimischen, mit dem wir viele interessante Gespräche führten.

Weihnachten verbrachten wir also erstmalig weit weg von zu Hause und natürlich war es ganz anders als sonst, aber trotzdem eine Erfahrung wert. Wir freuen uns aber auch nächstes Jahr wieder gemeinsam mit unseren Familien zu feiern.

Zum Abschluss in Amerika trafen wir noch eine gemeinsame Freundin aus San Francisco, die uns die besten Burritos der Stadt zeigte. Der sogenannte Mission – Burrito ist nämlich in San Francisco “erfunden” wurden und ist viel größer als ein normaler Burrito. Zudem beinhaltet er mehr Reis und zusätzliche Zutaten in der Füllung. Nach so einer ausgiebigen Stärkung waren wir dann auch gut auf die         anschließende Wein-Party in einer WG vorbereitet. Wir fühlten uns als wären wir mitten im Studium und würden einen Abend in der Küche von Freunden verbringen. Die Tatsache, dass wir am nächsten Tag unseren Flieger bekommen mussten, holte uns dann aber doch irgendwann in die Realität zurück, dass wir nicht zu Hause, sondern auf Reise sind…

Nach einer kurzen Nacht flogen wir dann zunächst nach Miami. Wir wussten, dass wir die Nacht auf dem Flughafen verbringen müssen, da es erst am nächsten Morgen einen Weiterflug nach San Juan gab. Aufgrund eines Tornados in Texas kam es überall zu Verspätungen und viele Flüge wurden abgesagt. Somit mussten nicht nur wir die Nacht dort verbringen und der Flughafen war wahrscheinlich voller als normalerweise tagsüber. Also nichts mit auf der Bank lang machen und schlafen. Man musste schon um einen Sitzplatz kämpfen. Zudem gab es nur für 30 Minuten free – wifi, so dass ihr erst jetzt erfahrt, dass wir gar nicht mehr in den USA, sondern bereits auf Puerto Rico sind 🙂 Hier werden wir jetzt an unserer Sommerbräune arbeiten und die letzte Zeit verbringen bevor wir zurück nach Deutschland kommen…

Wir wünschen euch allen einen guten Start ins Neue Jahr und legen euch folgenden guten Vorsatz nahe: wenn ihr auch Lust habt durch die Welt zu reisen, dann macht es nicht irgendwann, sondern jetzt! Ihr werdet es nicht bereuen!

In diesem Sinne a Happy New Year!

Kathrin & Matthias

Ein Gedanke zu „United States – ein Highlight jagt das Nächste

  • 3. Januar 2016 um 19:20
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    Oh man, wie cool!!!!!!
    Wir wünschen euch auch ein gesundes und glückliches neues Jahr. Genießt die Zeit, die euch noch bleibt!
    Allerherzlichste Grüße aus Halle!
    Toni (+Arni, Joni und Joshi)

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