Western Australia – eine entspannte Zeit

Keine Sorge, wir sind noch nicht in der australischen Landschaft verloren gegangen und wurden auch nicht von wilden Kängurus gejagt. Aber aufgrund technischer Hindernisse gibt es erst heute wieder Neuigkeiten von uns.

Die letzten zwei Wochen waren wir in Westaustralien mit einem Campervan unterwegs und haben vorwiegend die Küstenregionen erkundet. Doch zunächst erstmal zu den Fakten: Western Australia ist der größte Bundesstaat in Australien. Doch damit nicht genug. Die Fläche ist 7x größer als Deutschland! Allerdings wohnen hier gerade mal ca. 2,5 Millionen Menschen, davon 1,7 Millionen allein in der Hauptstadt Perth und in Fremantle. Da kann man sich ausrechnen wie dicht bzw. weniger dicht der Rest des riesigen Staates besiedelt sein muss… Wir verschafften uns zunächst einen Eindruck von Perth, wo zumindest der Einwohnerzahl nach betrachtet ja vergleichsweise richtig was los sein müsste. Leider erwischten wir einen sehr regnerischen Tag, so dass wir an unsere Erfahrungen in Kuala Lumpur anschlossen und die Stadt vorwiegend mit Hilfe der kostenlosen CAT-Busse erkundeten. Ein Ausblick vom Bell-Tower durfte aber dennoch nicht fehlen.

Perth Bell Tower.
Perth Bell Tower.

Am nächsten Tag war es Zeit unseren Campervan abzuholen, der für die nächsten zwei Wochen unser zu Hause sein sollte.

Unser zu Hause.
Unser zu Hause.

Da das Wetter um einiges besser war, lohnte sich nun auch ein Ausflug nach Fremantle – eine Hafenstadt bei Perth, die 1829 von britischen Siedlern gegründet wurde. Da Australien ja vorwiegend durch britische Sträflinge besiedelt wurde, ist es nicht verwunderlich, dass das älteste erhaltene Gebäude Westaustraliens – das „Round House“ – ein ehemaliges Gefängnis ist.

Clevere Werbung vor einem Café in Fremantle.
Schleckermäulchen aufgepasst! 🙂

Danach ging es weiter Richtung Süden. Irgendwann brach die Dunkelheit über uns ein und aufgrund der vielen Warnungen vor nachtaktiven Tieren beschlossen wir zeitnah unser erstes Nachtlager zu suchen. Irgendwo abseits der Straßen fanden wir einen Parkplatz zwischen den Bäumen. Wir nahmen zwar einen nicht allzu guten Geruch in der Luft wahr, aber wir wollten ja auch nicht draußen schlafen. Am nächsten Morgen und bei wesentlich besseren Lichtverhältnissen stellten wir fest, dass sich unsere Nasen nicht getäuscht hatten und konnten nun auch die Ursache ausfindig machen – ein totes Känguru. Nicht unbedingt die Art von erster Begegnung mit diesem Tier, die wir uns vorgestellt hatten. Ich unterließ es den Zeitpunkt des Todes festzustellen und wir suchten uns lieber einen schönen Ort am Meer zum Frühstücken.

Die Reste eines Känguru Gebiss?
Die Reste eines Känguru Gebisses?

Auf unserem Weg gen Süden machten wir Zwischenstopps in Mandurah und Bunbury. Die Fahrt entlang des Ozeans bot schon traumhafte Ausblicke!

Küste bei Bunbury.
Die Küste bei Bunbury…
Küste bei Bunbury.
….mit interessantem Wellenspiel.

Schließlich erreichten wir den südlichsten Punkt unserer Reise: die Weinregion um Margaret River. Nachdem wir am Strand bei Prevelly unseren ersten Wal und Surferboys gesichtet hatten, durfte natürlich eine Erkundung der Mammoth Höhle mit Audioguide (es gibt Leute die lieben es und andere nicht … 😉 ) nicht fehlen.

Am Strand bei Prevelly.
Am Strand bei Prevelly.

 

Tropfsteine in der Mammoth Höhle.
Tropfsteine in der Mammoth Höhle.

 

Ausgang aus der Mammoth Cave.
Ausgang aus der Mammoth Cave.

 

Sonnenuntergang bei Prevelly.
Sonnenuntergang bei Prevelly.

Unsere weitere Reise führte uns zurück Richtung Norden. Wieder vorbei an Perth fuhren wir durch den Vorort Joondalup. Die dortigen Villen mit Blick aufs Meer waren schon beeindruckend. Da wäre auch für uns ein angemessenes Häuschen dabei gewesen. 😉

Entlang des Indian Ocean Drives fuhren wir zunächst bis Lancelin. Hier erwartete uns ein wunderschöner weißer Sandstrand und weit und breit war kein Mensch in Sicht. Wir fanden ein schönes Fleckchen zum wild campen. Der weiße Sand und wolkenlose Himmel ließen uns erahnen, was ein weiser Dichter wohl einst mit dem Vers „Dunkel wars der Mond schien helle…“ gemeint haben könnte.

Lancelin.
Einsamer Strand bei Lancelin.

Da es in Australien viele Nationalparks gibt, wurde es nun aber Zeit sich einen anzuschauen. Es ging in den Nambung National Park bei Cervantes, um die Pinnacles – bizarr geformte Kalksteinstümpfe – zu begutachten. Für die geologisch Interessierten: Diese Formationen entstanden vor ca. 20.000 Jahren, als sich während einer Eiszeit die Ozeane zurück zogen und mit Kalk versetzter Meeresboden frei gelegt wurde. Wind und Wetter erodierten die weichen Sandschichten und übrig blieb nur der härtere Kalkstein – die bis zu 5m hohen Pinnacles.

Guck mal wer da guckt :)
Guck mal wer da guckt 🙂

 

Kathrin wacht über ihr Pinnacles Reich.
Kathrin wacht über ihr Pinnacles Reich.

 

Unsere Art ein Selfie zu schießen.
Unsere Art ein Selfie zu schießen.

Unser nördlichstes Ziel wurde Kalbarri. Hier sahen wir alles, was wir uns vorgenommen hatten: Wale, Delphine und natürlich Kängurus. Letzteres sind schon lustige Tierchen und vor allem Weltmeister der Schockstarre. Vom hellen Scheinwerferlicht unseres Autos erleuchtet, wird erstmal 5 Minuten erschrocken geguckt bis die Erkenntnis getroffen wird, dass man vielleicht besser mal das Weite suchen sollte.

Unsere erste Begegnung mit einem lebenden Känguru.
Unsere erste Begegnung mit einem lebenden Känguru.

Dass wir schließlich Wale und Delphine gesehen haben, machte uns schon zu echten Glückspilzen, da die Saison eigentlich schon vorbei war. Da wurde wohl unsere Ausdauer belohnt, mit der wir auf den wunderschönen Küstenpfaden das Meer im Auge behielten :).

WALE!!! :)
WALE!!! 🙂
Ganz viele Delphine :)
Ganz viele Delphine 🙂
Und noch mehr :)
Und noch mehr 🙂

Um auch etwas von der artenreichen Unterwasserwelt zu entdecken, verbrachten wir einen Tag in den Blue Holes zum Schnorcheln. Es war Wahnsinn: über Wasser wirkte dieses ufernahe Riff völlig unscheinbar und leblos. Sobald wir jedoch untertauchten, eröffnete sich uns eine farbenfrohe, mit unzähligen Fischen belebte Welt.

Etwas im Landesinneren gab es wieder einen Nationalpark, in dem wir verschiedene Trails und Look Outs auf das Tal des Murchison Rivers erkundeten. Hier hatten wir auch die Möglichkeit unsere Kletterfähigkeiten zu erproben.

Das Murchison River Tal.
Das Murchison River Tal.

 

Auf der Suche nach einem schattigen Plätzchen.
Auf der Suche nach einem schattigen Plätzchen.

 

Natures Window.
Natures Window.

Um unseren Aufenthalt in Kalbarri perfekt zu machen, fehlte nun noch ein typisch australisches Vergnügen: picknicken und grillen. Überall entlang der Küste finden sich Pavillons mit Sitzgelegenheiten und fest eingebauten Grills. Oft sieht man Australier mit großen Körben hierher strömen, um die schöne Aussicht aufs Meer bei einem Barbecue zu genießen. Für uns hieß es also auf in den Supermarkt zum Einkaufen. Etwas später konnten wir dann unser erstes Känguru Steak genießen. Sehr lecker! 🙂

Hmmm lecker - Känguru Steaks.
Hmmm lecker – Känguru Steaks.

Kalbarri hatte wirklich viel zu bieten und wir wären gerne noch länger dort geblieben.

Mushroom Rocks bei Kalbarri.
Mushroom Rocks bei Kalbarri.
Island Rock bei Kalbarri.
Island Rock bei Kalbarri.

Zurück ging es dieses Mal im Inland. Unsere Eindrücke von dort lassen sich am besten so zusammenfassen: schnurgerade Straßen, Getreidefelder so weit das Auge reicht und menschenleer! Die einzigen Anzeichen von Menschen waren ab und an eine Farm und mal ein kleines Dorf – meint eine Ansammlung von Häusern mit zwei Lädchen und einer Tankstelle entlang der Straße.

Typische Straße in Australien.
Eine typische Straße in Australien.
Road Trains können bis zu 50m lang sein.
Road Trains können bis zu 50m lang sein.

Wieder in Perth wurde es schließlich Zeit unseren Campervan abzugeben. Vorher hatte er sich jedoch noch eine Dusche in rosa Bubblegum verdient 🙂

Bubblegum Dusche :)
Bubblegum Dusche 🙂

Zum Abschied zeigte sich Perth nochmal richtig belebt – dank Color Run und Halloween waren lauter lustig und schaurig gekleidete Menschen unterwegs. Wir statteten dem Kings Park einen Besuch ab, um einen letzten Blick auf die Skyline zu erhaschen.

Perth vom Kings Park.
Blick auf Perths Skyline vom Kings Park.

Den Abend verbrachten wir zwischen Vampiren und anderen Horrorfiguren auf Perth Halloween Straßenfest. Zum Abschluss gab es noch einen kleinen Salsa-Tanzkurs zusammen mit Rüdiger (Kathrins Skelett und treuer Begleiter aus dem Studium) und seinen Freunden.

Rüdiger tanzt mit seinen Freunden :)
Rüdiger tanzt mit seinen Freunden 🙂

Nun heißt es „Goodbye Westcoast – Welcome Eastcoast“. Was bleibt zu den letzten Tagen zu sagen? Einfach nur entspannt diese Westküste: eine Millionenstadt mit Kleinstadtfeeling, überall herzliche, offene und fröhliche Menschen, wenn man denn mal welche trifft.

Bis bald

Kathrin & Matthias

4 Gedanken zu „Western Australia – eine entspannte Zeit

  • 4. November 2015 um 13:32
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    Hey,
    das klingt doch alles echt entspannt. Wie ist der Plan für die Eastcoast? Und wart ihr mit eurem Jucy-Camper zufrieden? Bin ja sehr erstaunt, was ihr ihm noch für eine Bubblegum-Dusche gegönnt habt. Unser Jucy war der letzte Schrottkarren 😉

    Antwort
    • kauma2015
      5. November 2015 um 08:49
      Permalink

      An der Ostküste sind wir nur in Sydney. Mit dem Camper waren wir soweit zufrieden – wussten aber vorher, dass es in Perth nur die ausrangierten Jucys gibt. Sind also gespannt, was uns dann in Neuseeland mit einem “echten” Jucy erwartet ☺
      Wie war denn eigentlich eure Zeit in Australien?

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      • 5. November 2015 um 09:50
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        Bei uns wars spitze, hat alles super geklappt und wir haben viele Dinge gemacht, die wir vorher noch nie gemacht haben (Schnorcheln, Tauchen, Surfen, Segeln…). Bin jetzt fleißig am Fotos aussortieren, aber das wird noch eine Weile in Anspruch nehmen. Bis ihr wieder da seid, hab ich es dann vielleicht geschafft und dann müssen wir uns unbedingt mal wieder treffen – bin gespannt, was ihr dann alles zu berichten habt 🙂

        Antwort
  • 4. November 2015 um 13:56
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    Na das hört sich nach einem erfolgreichen Australienabstecher an!
    Schreibt fleißig weiter, so werde ich vom Stationsalltag abgelenkt!

    Lg Juli

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